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Der BDB NRW baut seine Spitze um: Mit dem Traumergebnis von über 95 % der Stimmen wählten die Delegierten auf der Landesverbandstagung am 17. November in Aachen den bisherigen Schatzmeister Robert Dorff zum neuen Landesvorsitzenden. Er ist Nachfolger von Hartmut Miksch, der als AK NW-Präsident für die Führungsposition im Verband nicht mehr kandidierte, aber im geschäftsführenden Landesvorstand bleibt. Dorff sagte, er wolle sich für die Erschließung neuer Tätigkeitsfelder einsetzen, ein noch stärkeres Gewicht auf Weiterbildung legen und den Zusammenhalt der Planungsberufe stärken: "In diesen schwierigen Zeiten ist Teamgeist mehr denn je gefordert." Gute Wahlergebnisse erzielten auch Gabriele Richter als neue stellvertretende Landesvorsitzende und Stephan Müller als Schatzmeister.
Berufspolitischer Höhepunkt der Tagung, mit der der BDB zugleich sein 50-jähriges Bestehen feierte, war die Diskussionsrunde mit den baupolitischen Sprechern der im nordrhein-westfälischen Landtag vertretenen Parteien, souverän moderiert von Hartmut Miksch. Auf hohem Niveau wurde über die Zukunft des sozialen Wohnungsbaus gestritten. Alle Diskussionsteilnehmer räumten Reformbedarf ein; indessen wollte nur der Liberale Karl Peter Brendel so weit gehen, auf die Objektförderung komplett zu verzichten, weil er das System für "extrem bürokratisch und ineffizient" hält.
Im Vordergrund stand aber die Novellierung des Baukammerngesetzes. Konsens herrschte beim Thema Architekten-GmbH, und auch das Satzungsrecht der AK NW in den Bereichen Berufsordnung und Weiterbildung schien weitgehend unstrittig. Bernd Schulte (CDU) brachte die Sache auf den Punkt: "Wer den Bestand der Kammern nicht in Frage stellt, muss ihnen das Recht zugestehen, ihre Belange eigenverantwortlich zu regeln." Eine unangenehme Überraschung erlebten die Delegierten, als es um den Bachelor ging. Sozialdemokrat Wolfgang Röken und Thomas Rommelspacher (Bündnis 90/Die Grünen) sprachen sich klar dafür aus, auch die Absolventen von Kurzstudiengängen in die Kammern zu lassen. Dass dies im Planungsbereich zu Lasten des Verbraucherschutzes gehen würde, dass darüber hinaus die Absolventen dieser Studiengänge aufgrund einschlägiger Richtlinien innerhalb der Europäischen Union gar nicht als Architekten anerkannt würden - als dies vermochte Rommelspacher nicht zu beeindrucken. "Der Prozess ist abgeschlossen", erklärte er kühl und warf Verbänden und Kammern vor, bei der Meinungsbildung untätig geblieben zu sein. Miksch konterte: "Wenn Sie unsere Stimmen nicht gehört haben, waren Ihre Ohren verstopft."
Vor diesem Hintergrund war es besonders erfreulich, dass der Staatssekretär im NRW-Bauministerium, Manfred Morgenstern, in seinem Grußwort unmissverständlich erklärte: "Wir im Ministerium gehen davon aus, dass Ihre Mitglieder ein konstant hohes Niveau an Qualifikation und Ausbildung vorweisen müssen, auch, weil wir in den vergangenen Jahren zunehmend ehemals staatliche Aufgaben auf den Berufsstand verlagert haben."
Spontan Position zur Qualifikationsfrage bezog auch der als Festredner geladene Staatsminister im Auswärtigen Amt und frühere NRW-Bauminister, Christoph Zöpel. Nach seiner Einschätzung beruht der Chancenreichtum einer Gesellschaft auf Wissen. "Ich glaube nicht, dass es erworben werden kann, indem man kürzer studiert", merkte der SPD-Politiker süffisant an. Geschickt und kentnnisreich schlug Zöpel dann den Bogen von den Jahren des Wiederaufbaus über die Gegenwart bis zur Zukunftsvision eines Bauens für die Kommunikations- und Wissengesellschaft. Der bekennende IBA-Fan sah gute Chancen, die "Stadtlandschaft NRW" zum Vorbild für ökologische Revitalisierung auszubauen. Und: Trotz abnehmender Bevölkerungszahlen werde es auch künftig Nachfrage nach neuem Wohnraum geben - weil "die Menschen nicht aufhören, besser wohnen zu wollen".
BDB-Landesverband
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